Schlaf ist so wichtig, für uns als Erwachsene und auch schon für die Allerkleinsten unter uns.

Schläft das Baby schlecht, leidet meist auch der Schlaf der Eltern darunter. Drei Stunden Schlaf pro Nacht oder gar weniger sind einfach schlichtweg zu wenig. Wenn ein Baby durchschläft, bedeutet dies meist Entlastung für die ganze Familie. Die Frage, ab wann Babys endlich durchschlafen und wie leidgeplagte Eltern sie dabei unterstützen können, soll in diesem Beitrag erörtert werden.

Ab wann schlafen Baby durch?

„Neugeborene schlafen doch sowieso die meiste Zeit“ – auch wenn diese Aussage größtenteils seine Richtigkeit hat, können Babys von sich auch bzw. von Anfang an tatsächlich nicht durchschlafen. Das Durchschlafen muss von jedem Baby nämlich erst einmal gelernt werden. Hierbei handelt es um einen der bedeutendsten Entwicklungsschritte.

Der zirkadiane Rhythmus – besser bekannt als die innere Uhr

Spätestens seit dem Disney-Klassiker der König der Löwen sollte er uns bekannt sein: Der ewige Lauf der Dinge. Er bestimmt die Jahreszeiten, die Tage und Nächte.

Diese Konstanten prägen auch den Schlaf-/Wach-Rhythmus von uns Menschen. Besser bekannt als die innere Uhr oder der zirkadiane Rhythmus. Unser Körper, alle unserer physiologische Vorgänge sind auf eine Periodenlänge von etwa 24 Stunden ausgelegt. 

Unser Gehirn nimmt dabei die unterschiedlichen Phasen eines Tages wahr (Helligkeit und Dunkelheit) und teilt unseren Organismus mit, wann es Zeit zum Aufstehen oder zum Schlafen ist. 

Jedes Lebewesen auf Erden, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze unterliegt dieser inneren Uhr.

Vor der Geburt

Während einer Schwangerschaft befindet der Fötus sich gerade in den ersten Wochen bzw. Monaten in einer Art Dämmerzustand. Es nimmt so gut wie nichts von seiner Außenwelt wahr. Die ersten Wach- und Schlafperioden entstehen erst unmittelbar vor der Geburt und sind meistens dem Schlaf-/Wach-Zyklus der Mutter entgegen gesetzt: Ist die Mutter wach und aktiv, wird das Baby im Bauch schön hin- und her geschaukelt und schläft glückseelig. Kommt die Mama zur Ruhe oder legt sich abends ins Bett oder auf die Couch, wird der kleine Bauchbewohner aktiv und beginnt zum Beispiel die Blase mit unangenehmen Tritten zu malträtieren. 

Nach der Geburt

Wer dem alteingesessenen Mythos glauben schenkt, dass Neugeborene die ersten Wochen und Monate nur schlafen, der wird ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden: Denn Babys behalten gerade nach der Geburt, erst einmal den Schlaf-/Wach-Zyklus aus dem Mutterleib bei.

Das sich dieser vom Schlafrhythmus der Eltern zunächst gravierend unterscheidet, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Zu welcher Tages- oder Nachtzeit das Baby seine Wach- oder Schlafphasen hat, ist ihm unmittelbar nach der Entbindung zunächst egal. 

Dein Baby schläft jetzt durchschnittlich zwischen 15 und 18 Stunden am Tag.  Dieser Schlaf unterliegt, wie bereits kurz erwähnt, noch keinem Muster.

Babyschlaf vom 2. bis 6. Lebensmonat

Die innere Uhr deines Babys fängt nun so langsam an, sich an den Tag- Nacht-Rhythmus anzupassen.

Der tägliche Gesamtschlaf beläuft sich aktuell auf 14 bis 18 Stunden.

Dein Baby schläft hiervon ca. vier bis sechs Stunden verteilt über den Tag und zehn bis zwölf Stunden in der Nacht. 

Die einzelnen Schlafperioden sind dabei von unterschiedlicher länger. In den meisten Fällen schlafen Babys in diesem Alter 1 bis 4 Stunden.

Gerade in den ersten Monaten sind die Wachzeiten von Babys sehr kurz: Zwischen 30 und 120 Minuten.

Ab dem 4. bis 5. Lebensmonat machen Babys in der Regel drei bis vier Nickerchen am Tag mit Wachzeiten zwischen den Schläfchen von ein bis zwei Stunden.

Auch der Nachtschlaf lässt im Alter von 4 bis 5 Monaten so langsam ein Muster erkennen, womöglich schläft dein Baby auch schon 5 Stunden am Stück durch.

Babyschlaf vom 7. bis 12. Lebensmonat

Sobald dein Baby ca. 7 Monate alt ist, wird es immer verlässlicher zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten wach sein oder schlafen. Du wirst hierbei bestimmt schon ein Muster erkennen.

Der Gesamtschlaf deines Babys innerhalb von 24 Stunden sollte sich aktuell auf 12 bis 15 Stunden betragen. Wobei der Nachtschlaf meistens den Großteil dieses Schlafes einnimmt, nämlich zwischen 10 und 12 Stunden.

Tagsüber wird dein Baby ca. 2 bis 3 Stunden sein Nickerchen halten, wobei sich die Wachzeiten zwischen den Schläfchen auf 3 bis 4 Stunden belaufen.

Zwischen dem 7. und 12. Lebensmonat wird dein Baby in der Regel nicht länger als 5 bis 8 Stunden durchschlafen.

Schlaf im 2. Lebensjahr

Vielleicht wirst du es schon selbst bemerkt haben, der Schlafbedarf deines Kindes wird immer weniger. Aus ehemals zwei Schläfchen unter Tags ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Mittagsschlaf geworden. Das Vormittagsschläfchen gehört schon längst der Vergangenheit an. 

Der Gesamtschlaf deines Kindes liegt nun bei 11 bis 14 Stunden pro Tag. Hiervon schläft es ca. 9 bis 12 Stunden in der Nacht und nur noch ein bis zwei Stunden am Tag.

Wenn man die Frage “Ab wann schlafen Babys durch?” – dann jetzt: Kinder im Alter von 24 Monaten schlafen ca 10 bis 12 Stunden pro Nacht durch.

Schlaf im 3. bis 4. Lebensjahr

Mittagsschlaf adé – ab dem 3. bis 4. Lebensjahr gehört der Mittagsschlaf der Vergangenheit an. Kinder in diesem Alter benötigen 10 bis 12 Stunden Gesamtschlaf. Diesen Schlaf holen sich die meisten Kinder nachts

Fakten zum Baby-Schlaf: Wie viel Stunden Schlaf brauchen Babys wirklich?

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Kann man einem Baby das Durchschlafen lernen? Tipps und Tricks eines Schlafcoach

Leidgeplagte Eltern unternehmen die verrücktesten Dinge, um das Baby endlich zum ein- oder durchschlafen zu bringen.

Dies reicht von simplen Dingen, wie auf dem Arm sanft in den Schlaf schaukeln, über Stillen, bis hin zu mit dem Auto durch die Gegend fahren.

Die Schlaffenster und Schlafmuster von Babys und Erwachsenen unterscheiden sich gravierend:

Wenn wir unseren Nachtschlaf antreten, haben unsere Babys meist schon das Fenster ihrer Tiefschlafphase hinter sich gebracht.

Ein Schlaf-Wach-Rhythmus muss in den ersten drei Lebensmonaten erst erlernt werden.

Wie du dein Baby dabei unterstützen kannst, habe ich dir mit diesen einfachen aber effektiven Tipps und Tricks zusammengefasst.

  • Tagesablauf: Babys sind Gewohnheitstiere! Ein regelmäßiger Tagesablauf, der sich täglich wiederholt, sollte daher von Beginn an etabliert werden. Dies sorgt für die wichtige Kontinuität und hilft dabei, dass das Baby am Abend besser zur Ruhe kommt.  Ein stabiler Tagesablauf beinhaltet auch die in etwa die die selbe Uhrzeit, zur der aufgestanden wird, konstante Uhrzeiten für Frühstück, Mittag und Abendessen. Auch die selben Uhrzeiten für die Nickerchen unter Tags sind wichtig.
  • Abendliche Rituale etablieren. Abendrituale geben Geborgenheit und Sicherheit. Das Kind weiß genau, was auf das nächste Ritual folgt und kann sich somit sanft darauf einstellen, dass es bald schlafen geht.
  • Die richtige Schlafumgebung: Der Ort, an dem das Baby zu Bett gelegt wird, sollte immer der selbe sein. Egal ob Kinderzimmer, Beistellbett oder Familienbett. Kontinuität ist hier das A und O und vermittelt Sicherheit und einen Ort der Geborgenheit. Was man auch beachten sollte: Das Bett sollte immer ein Ort der Ruhe sein, an dem nur geschlafen und nicht gespielt wird. Außerdem sollte man bei der Schlafumgebung darauf achten, dass der Raum nicht zu hell ist oder das Licht gedämmt ist, kein Lärm vorherrscht und die Raumtemperatur weder zu kalt, noch zu warm ist (Idealerweise zwischen 16 und 20 Grad).
  • Wie beeinflusst der Tagesschlaf den Nachtschlaf? Der Tagesschlaf kann den Nachtschlaf dahingehend beeinflussen, wenn dieser entweder zu lang ist oder zu nah am Zeitpunkt des Abendschlafes liegt. Idealerweise sollte der Zeitpunkt für den Tagesschlaf ab einem Alter von 6 Monaten etwa drei bis vier Stunden vor dem Abendschlaf beendet sein.
  • Signale deines Babys richtig deuten Beobachtet man sein Baby genau, so wird man beim gemeinsamen Spielen vielleicht feststellen, dass es sich abwendet es sich ab oder den Kopf zur Seite dreht und nicht mehr am „Spiel“ teilnimmt. Manchmal starrt es dann auch ins Leere. Wichtig: Baby abends ins Bett legen, wenn es müde aber noch wach ist.
  • Welchen Einfluss haben Mahlzeiten auf den Schlaf von Babys?

Laut einer Studie der University of London schlafen Babys, die bereits vor ihrem sechsten Lebensmonat Beikost erhalten, etwas länger als voll gestillte Kinder.(16,6 Minuten)

Allerdings: Babys sollten frühestens zu Beginn des fünften Lebensmonats mit Beikost starten. Generell erst, wenn sie die physischen Anzeichen zeigen und Interesse an zusätzlicher Nahrung haben.

Dazu kommt noch das Muttermilch das Allerbeste für das Baby ist – daher sollte zusätzlich zur Beikost, möglichst über ein Jahr hinweg gestillt werden, wenn man das möchte und dazu in der Lage ist.

Weitere Tipps:

  • viel Nähe (Beistellbett/Familienbett)
  • Überlegen, ob man Einschlafhilfen implementieren möchte, da sich das Baby schnell an diese gewöhnt und ohne diese dann auch nicht mehr einschlafen kann. Dies ist auch der Fall, wenn das Baby nachts aufwacht. Klassische Einschlafhilfen sind: Schnuller, Flasche, stillen, Schaukeln, sich dazulegen oder liegen bleiben bis das Baby schläft. 

Welche Möglichkeiten hat mein Baby sich selbst zu beruhigen?

Neugeborene müssen nach ihrer Geburt alles erst einmal erlernen: Sei es wie zuvor erwähnt: Einen Schlaf- Wach-Rhythmus, wann es hungrig oder durstig ist, es muss lernen seine Körpertemperatur zu regulieren aber auch die Bewältigung von Stress und Unwohlsein muss erlernt werden.

Selbstregulation spielt auch eine wesentliche Rolle beim Ein- und Durchschlafen von Babys.

In den ersten Monaten schläft ein Baby zwischen 14 und 18 Stunden am Tag.

Diese Schlafzeiten untergliedern sich dabei in etwa sechs Schlafphasen.

Ähnlich wie wir Erwachsenen werden Babys auch nachts mehrmals nachts zwischen diesen Schlafphasen wach.

Den Übergang zwischen diesen Schlafphasen zu schaffen, muss das Baby erst lernen.

Gerade in den ersten Lebensmonaten braucht das Baby Hilfe bei der Selbstregulation- hierbei können wir Eltern es ganz einfach unterstützen:

Mit viel Körperkontakt und Geborgenheit, so überwindet es Trennungsangst und findet leichter von einer in die nächste Schlafphase.

Ursachen, die das Baby am Durchschlafen hindern

Gründe, weswegen ein Baby nicht ein- oder durchschlafen kann, sind oft so vielfältig, wie jedes Kind selbst. Sehr oft hängen sie allerdings mit Erlebnissen und Geschehnissen am Tag zusammen.

Häufige Ursachen, die Babys, Kleinkinder und Kinder am ein- und durchschlafen hinder können sind:

  • unregelmäßige Tagesabläufe
  • besonders aufregender Tag
  • Stress
  • emotionale Belastungen
  • Lärm
  • Hunger aufgrund von Wachstumsschub
  • Erkrankungen 
  • Zahnen 

Wie zuvor bereits erläutert, benötigen Babys und Kinder einen geregelten Tagesablauf. Für uns als Eltern, sollte es Aufgabe sein, dies zu gewährleisten und Signale unseres Kindes richtig zu deuten.

Was kann ich tun, wenn mein Baby einfach nicht durchschlafen will?

  • Babys liegen nachts wach, weil sie einfach nicht müde genug sind, um weiterzuschlafen.
  • Nachts nur mit leiser Stimme mit Baby reden, versuchen es zu beruhigen, ohne es aus dem Bett zu nehmen.
  • Baby hat Hunger: Ruhig und ohne Stress stillen oder Flasche geben. Durchschlafen bedeutet lediglich, dass das Baby während des Nachtschlafs immer häufiger eine Flaschen oder Stillmahlzeit auslässt.
  • Nicht nach jeder Mahlzeit muss das Baby gewickelt werden. Falls es gewickelten werden muss, bitte bei gedimmten Licht und idealer Weise ohne Ortswechsel.

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FAQ: AB WANN SCHLAFEN BABYS DURCH

Was bedeutet Durschlafen bei einem Baby?

Wir sprechen bereits davon, dass ein Baby durchgeschlafen hat, wenn es etwa sechs bis acht Stunden am Stück durchschläft.
Die meisten Babys sind hierzu überhaupt erst in der Lage ab etwa einem halben Jahr. 

Wie merke ich, ob mein Kind genug schläft?

Es ist ausgeglichen, kann davon ausgegangen werden, dass es genug schläft und es ihm gut geht.
Ist es quengelig und weinerlich, könnte zu wenig Schlaf der Grund hierfür sein.